Angebot - Die Krabatsage 

Heiko Fritz
Der „Schwarze Müller“ und Krabat


Der „Schwarze Müller“ ist eine Modifikation eines Zauber- wesens, also einer Jenseitsfigur, die später in der religiösen Kulturepoche ihre Abwandlung zum Zauberer erfuhr. Diesen nannte man in jener Zeit auch „Künstler der schwarzen Magie“; schwarz, weil er mit seinen undurchsichtigen Wundertätigkeiten im Gegensatz stand zu den lichtvollen religiösen Wundern.
In diesem Sinne ist auch die Entstehung des Ausdruckes „Schwarzer Müller“ zu verstehen. Er ist der Gegenbegriff zum handwerklichen Müller, der mit der Herstellung des weißen Mehles die Lebensgrundlage des abendländischen Menschen sichert. Mehl hatte vor einigen wenigen Jahrhunderten, als die Nahrungsmittel keineswegs im Übermaß vorhanden, und die Menschen stets der Gefahr lebensbedrohlichen Hungers ausgesetzt waren, noch einen ganz anderen Stellenwert als heute.
Der „Schwarze Müller“ wiederum sicherte sich seine Existenz durch die Zauberkunst, und war demgemäß nicht abhängig von den diesseitigen Geschehnissen. Er konnte sich jenseitiger Kräfte bemächtigen, wenn auch, ähnlich dem Märchenhelden, nur unter bestimmten Bedingungen.

Die Menschen in Sagen sind dadurch gekennzeichnet, daß sie vor den jenseitigen Mächten, denen sie begegnen, zurück- schrecken. Nicht selten werden sie von ihnen auch überwältigt. Deswegen dokumentieren Sagen oft ein Scheitern vor wundervollen Ereignissen.
Sagengestalten fußen meist auf vormals tatsächlich gelebten Personen, denen etwas Außergewöhnliches, Besonderes in deren Dasein anhaftete.
So auch bei der Sagenfigur des Krabat. Ihr historischer Hintergrund ist der Obrist Johann Schadowitz, der Ende des 17. Jahrhunderts in Groß-Särchen lebte. Die fremde Herkunft, er war Kroat, die Besonderheit seiner erfolglosen katholischen Bekehrungsversuche im evangelischen Dorf Groß-Särchen und vielleicht seine Mildtätigkeit, hoben ihn vom alltäglichen Menschengeschlecht ab. Das führte dazu, daß er den weiteren folgenden Generationen im Gedächtnis blieb. Die Erinnerungen an Begebenheiten mit ihm wurden im Laufe der Zeit Legenden, bis diese Erzählungen immer mehr mit allgemeinen Sagen- motiven angereichert wurden.
Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Krabat vor allem in den schriftlichen Bearbeitungen seines speziellen Sagenkomplexes immer mehr zu einer Überwindungsfigur, die den dunklen Mächten erfolgreich widersteht. Zunächst in der religiösen Dimension, in der sich der Zauberschüler schlußendlich seiner christlichen Grundlage bewußt werden kann und sich zu ihr bekennt, indem er der Zauberkunst abschwört. Später wird die Krabat-Sage immer mehr in den unmittelbaren Alltag der Menschen integriert, so daß die Zauberschule zur „Schwarzen Mühle“ wird und die finstere Zauberei durch den strahlenden Zauber der Liebe seine Ablösung findet.


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Krabat-Filmprimäre in Berlin

Der Krabat aus der Sage




Krabat und der
Schwarze Müller

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Kioto grüßt Schwarzkollm

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